Münchingen verdient sich das Glück
Artikel aus der Strohgäu Extra vom 04.07.2011
Die A-Junioren des Verbandsligisten spielen in der kommenden Runde in der Verbandsstaffel.
Von Andreas Klingbeil
Trainer Tom Spreng stand weit abseits und mochte schon gar nicht mehr hinschauen. Ein einziger Schuss würde darüber entscheiden, ob der TSV Münchingen in die Verbandsstaffel aufsteigt oder nicht. Florian Hecker behielt die Nerven und verwandelte sicher. Nach der 2:3-Hinspielniederlage beim FV Nürtingen und dem 2:1-Erfolg nach regulärer Spielzeit brachte das 5:4 im direkt anschließenden Elfmeterschießen die Entscheidung - zugunsten der Münchinger.
Die Glücklicheren hatten sich am Ende durchgesetzt. Der TSV-Übungsleiter, der nach vierjähriger Amtszeit nun den Platz auf der Bank räumt und als Spielleiter für Aktive und A-Junioren die Fäden ziehen soll, musste tief durchatmen. "In beiden Spielen war Nürtingen aktiver und präsenter." Und es sah zunächst auch ganz danach aus, als könnte der Gegner die Ernte einfahren. Auch in Münchingen setzte das Team von Trainer Reiner Rothweiler mit den schnellen und gefährlichen Spitzen Michael Renner und Adrian Schick zunächst die Akzente. Bereits nach vier Minuten klärte David Rau einen direkt auf das Tor gezogenen Eckball auf der Linie. Renner scheiterte am Pfosten (19.).
Und hätte nicht der starke Tobias Fingerle in letzten Moment gegen Timo Mader geklärt, Münchingen wäre mit einem Rückstand in die Pause gegangen. Nach dem Wechsel präsentierte sich der Gastgeber von einer anderen Seite. Die schnelle Führung von David Rau (47.), der von der mustergültigen Vorarbeit Knittels profitierte, brachte Sicherheit und frischen Schwung. Die Spreng-Elf agierte viel zielstrebiger auf dem Weg zum gegnerischen Tor und zwang den Gegner zu Fehlern. So auch in der 60. Minute, als Kai Länge gegen Hecker im Strafraum Foul spielte. Den Elfmeter verwandelte Knittel, der schon in Nürtingen beide TSV-Treffer erzielt hatte, mit einem Schuss unter die Latte.
Doch nur fünf Minuten später zeigte Schiedsrichter Lukas Graeser-Herbstreuth erneut auf den Punkt - diesmal auf der Gegenseite. Schlussmann Ioannis Stavrokostas hatte gefoult und war dann gegen den Schuss von Jonas Bayha machtlos - 2:1. Nürtingen fand wieder zu seiner Linie zurück und hatte Pech, dass Mader neun Minuten vor dem Abpfiff nur den Pfosten traf. Im Elfmeterschießen machte Stavrokostas, seinen Fehler wieder wett. Knittel, Marco Grausam, Andreas Tisch und Sebastian Kniller trafen jeweils, nachdem Nürtingen vorgelegt hatte. Dann lenkte Stavrokostas den Schuss von Nicolai Bauknecht an den Pfosten, Hecker traf, und der TSV Münchingen startete zur großen Sause.
TSV Münchingen: Stavrokostas, Tisch, Fingerle, Kabakulak, Grausam (90. Vaihinger), Vaihinger (46. Hecker), Rau (82. Hönes), Stotz (92. Grausam), Grau (46. Yilmaz), Kniller, Knittel.
