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Strohgäu-Indoor-Cup 2011

Der Nachwuchs eifert seinen Vorbildern nach

Artikel aus der Strohgäu Extra vom 14.02.2011

Beim Münchinger Strohgäu-Cup haben die Referees wenig Mühe - trotz großer Posen der jungen Kicker.

Von Marius Venturini


Nein, strittige Entscheidungen oder irgendwelchen Ärger habe es bisher nicht gegeben, versichert Turnierkoordinator Martin Scholz. Und das, obwohl sich der U 10/U 11-Nachwuchs auf dem Platz teilweise schon verhält wie die großen Vorbilder. "Klar, wenn die Kinder die Posen und Aktionen von Cristiano Ronaldo sehen, versuchen sie natürlich schon, das nachzumachen", sagt Schiedsrichter Julian Wöhr. Der 17-Jährige leitet zusammen mit seinen Kollegen Nils von der Heide (14) und Dirian El Amine (18) die Partien bei der Hallenversion des Münchinger Strohgäu-Cups.

Und es sind die Gesten der Großen, welche Referees und Zuschauer in der gut gefüllten Sporthalle zu sehen bekommen. Da winken die Spieler ab, wenn ein Pass nicht ankommt oder der Torwart klatscht in bester Hans-van-Breukelen-Manier nach einem Gegentreffer wütend auf den Boden. "Wir pfeifen aber in dieser Altersklasse ganz normal", sagt Julian Wöhr, "weil es sonst aus dem Ruder läuft. Bei den Bambini ist es anders." Da müsse man schon mal die Regeln erklären und sensibler sein.

"Je jünger die Spieler sind, desto öfter mischen sich auch die Eltern ein", so Julian Wöhr. Das sei aber meistens nur aus Sorge um die eigenen Kinder. "Und wenn ein Spieler tatsächlich mal übermotiviert ist und meckert, gehen auch die Trainer rasch dazwischen", fügt Martin Scholz hinzu. Er weiß, wovon er spricht. Neben seiner Tätigkeit als Organisator betreut er auch die Münchinger F-Jugend. Um seinen Jungs zu zeigen, wie schwer es ein Schiedsrichter manchmal hat, greift Scholz in die Trickkiste. "Im Training lasse ich öfter einen der Spieler ein Übungsspiel pfeifen", sagt er, "damit er sieht, wie schwer das ist."

Für den Strohgäu-Cup gilt aber insgesamt: keine besonderen Vorkommnisse. Und es ist natürlich nicht jede Pose negativ, die sich der Nachwuchs im internationalen Fußball abgeschaut hat. Bestes Beispiel: der Torjubel von Neu-Ulms Oskar Romahn nach seinem Traumtor aus 15 Metern. Statt wild umherzurennen bleibt er cool auf der Stelle stehen, nimmt lässig die Arme in die Höhe und lässt sich genüsslich feiern - eben wie ein Großer.

Insgesamt 520 Jugendspieler standen an diesem Wochenende auf dem Feld, verteilt auf 52 Mannschaften. "Wir haben mit der Planung nach zwei Jahren Pause bei Null angefangen", sagt Martin Scholz, "weil der Hauptsponsor aus der Vergangenheit abgesprungen ist." Vier Monate habe es gedauert, das alles zu stemmen. Dank der guten Münchinger Jugendarbeit bestehen exzellente Kontakte zu anderen starken Juniorenteams aus der Umgebung - was ein hochkarätiges Teilnehmerfeld in der Sporthalle garantierte.

Im Turnier der U7-Teams setzten sich die Stuttgarter Kickers im Finale mit 2:1 nach Verlängerung gegen die SpVgg Renningen durch. Münchingen I wurde Fünfter. Auch im Endspiel der U8-Junioren siegten die Degerlocher mit 2:1 nach Verlängerung gegen die SGV Freiberg. Im Bereich U9 siegte der TSV Schornbach mit 1:0 gegen den TSV Eningen. Merklingen sowie beide Münchinger Teams schieden hier in der Vorrunde aus. Bei den U 10/U 11-Mannschaften behielt der FV Löchgau mit 1:0 gegen Zuffenhausen die Oberhand. Münchingen I schied im Viertelfinale mit 2:3 gegen den späteren Turniersieger aus. Der FC Gehenbühl wurde Vierter.

Das Strohgäu-Cup Feldturnier für U7- bis U14/U15-Junioren findet vom 11. bis 13. Juni 2011 (Pfingstwochenende) in Münchingen statt. Dann treffen 156 Mannschaften aus vier Ländern aufeinander.

 

Das erste Spiel im Netzbrunnen-Stadion gegen den damaligen Deutschen Meister Borussia Mönchengladbach im Juni 1971 vor 5000 Zuschauern.