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Hauptverein
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| Fußball - Historie - |
- wir bewegen was im Strohgäu - |
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Das erste Spiel im Netzbrunnen-Stadion gegen den damaligen Deutschen Meister Borussia Mönchengladbach im Juni 1971 vor 5000 Zuschauern. |
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Turnen und Fußball in Münchingen - die AnfängeWie in vielen Gemeinden damals, gründete sich auch in Münchingen der TSV aus einem Turnverein heraus. Die erste Gründung eines Turnvereins in Münchingen hatte keine Überlebens-chance - zu stark war noch der Einfluss der Landwirte in der konservativ geprägten Gemeinde. Auch der zweite Versuch im Jahre 1908 schlug fehl. Erst 1914 war die Zeit reif, dass ein dritter Versuch mit Erfolg gestartet werden konnte. Es gab damals weder Turnplätze- noch Turnhallen. Die Turner mussten ihren Sport im Freien ausüben. Wiesen und Scheunen gehörten den Landwirten, die den Arbeiter-Turnern nur ungern aushalfen. Erst der Fußball ließ die Gegensätze so nach und nach schwinden. Das Interesse der Jugend am "Bolzen" war größer als die politische Gesinnung. Der 1. Weltkrieg setzte auch dem Turnverein schwer zu. Er blieb aber bestehen und erlebte nach Kriegsende 1919 einen großen Aufschwung. Die Zeiten hatten sich geändert. Das Deutsche Reich war untergegangen. Die früheren Gegner im Reich fühlten sich jetzt als Sieger. Schon 1920 konnte Fahnenweihe gefeiert werden. Der neue Verein zählte 40 aktive und 50 passive Mitglieder. Er nannte sich Arbeiter-Turnerbund Münchingen und schloss sich auf Verbandsebene dem Arbeiter-Turn- und Sportbund an. Dieser profitierte von der politischen Unterstützung der Weimarer Republik. Dagegen trug die Deutsche Turnerschaft schwer an der Niederlage und machte hauptsächlich die Roten verantwortlich. Der Konflikt war damit vorgegeben. Der Arbeiter-Turnerbund war für die konservativ und kirchlich gesinnte Mehrheit der Münchinger Bevölkerung kein Verein, der den Ort im Sport allein vertreten sollte. So kam es nicht von ungefähr, dass die Initiative zur Gründung eines neuen bürgerlichen Vereins von Freizeitfußballern aus allen Schichten ausging. Sie spielten seit Jahren am Birkengraben Fußball und wünschten sich endlich einen eigenen Verein, um an Wettspielen anderer Mannschaften teilnehmen zu können. 54 Unterschriften wurden dem Gründungsausschuss vorgelegt. Am 22. Juni 1925 war es dann so weit: Im "Adler" wurde der "Turn- und Sportverein Münchingen" gegründet. Von Anfang an ging der TSV einen eigenen Weg und hielt sich konsequent aus der Politik heraus. Der Arbeiter-Turnerbund dagegen geriet in Streitigkeiten, die 1931 zur Spaltung führten.
Auch der Sport wird gleichgeschaltetNach der Demontage des verfassungsmäßigen Gefüges begann auch die Gleichschaltung aller Organisationen und Interessengruppen, die in irgendeiner Form politischen Einfluss ausüben konnten. Das gesamte öffentliche Leben wurde zentralisiert. Parteiorganische Berufsverbände und organisierte Gruppen mussten sich der Führung der NSDAP unterstellen und Hitler ihre künftige Gefolgstreue anbieten. Gewerkschaften wurden aufgelöst und in eine sogenannte Deutsche Arbeitsfront (DAF), eine Art Ersatzgewerkschaft für alle Arbeitnehmer umgewandelt. Statt Vereinstätigkeit bot man den Bürgern fertige Freizeitprogramme im Rahmen der KdF (Kraft durch Freude) Organisationen an. Der Nationalsozialismus zerschlug alle Formen der bisherigen Körper- und Bewegungskultur und missbrauchte sie in neuer Form zur Gleichschaltung der Körper. Er forderte ein Programm, bei dem das ganze Volk eingebunden wurde. Im Sport sollte nicht die Individualität und Solidarität, sondern die Gleichförmigkeit der Masse zum Ausdruck kommen. Körperideal waren "der kräftige Arbeitsmann" und "das stramme Sportsmädel".
Sport nach 1945Mit der Übernahme der vollziehenden Gewalt durch die amerikanische Militärregierung im württembergischen Raum trat 1945 ein Verbot aller Vereine in Kraft. Ein geselliges Leben unter Einbeziehung des Vereinswesens war dadurch für einige Zeit stark eingeschränkt. Auf Vorschlag des von den Amerikanern eingesetzten Bürgermeisters und einiger seiner Beiräte wurde zur besseren Kontrolle des Vereinswesens Ende 1945 die "Sport- und Kulturvereinigung Münchingen" gegründet, in der neben dem Liederkranz und dem Musikverein auch der TSV angehörte. Die Veranstaltungen wurden pflichtgemäß monatlich an die Militärregierung zur Genehmigung gemeldet. 1948 wurde der TSV dann wieder selbständig, nach mehreren Querelen mit den anderen, oft andersgesinnten Vereinsmitgliedern. Nach Kriegsende waren viele Flüchtlinge in den TSV eingetreten und verstärkten vor allem die Fußballabteilung. Gründe für diesen allgemeinen Aufschwung sind in der zunehmenden Freizeit und in einer Veränderung des Körpergefühls zu suchen. Auch die zunehmende Etablierung einer eigenen Lebensphase "Jugend" sowie die Notwenigkeit eines Ausgleichs- und Aufbausports trugen zu dieser Entwicklung bei.
SportplätzeNach Kriegsende verdoppelten sich die Mitgliederzahlen des TSV innerhalb zweier Jahre auf 160. Der Sportplatz auf dem Siebenmorgen reichte nicht mehr aus. Der Platz war viel zu kurz und viel zu schmal. Außerdem behinderte er die Erweiterung des Schulgebäudes und störte wegen seiner Nähe zum Friedhof die Beerdigungen, die damals auch am Sonntag stattfanden. 1951 konnte ein neuer Sportplatz in Eigenleistung auf den von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Wiesen im Netzbrunnen erstellt werden, der den damaligen Ansprüchen genügte. Schon ein Jahr später konnte der TSV am Rande dieses Sportplatzes sein Vereinsheim in Betrieb nehmen, das ebenfalls in Eigenleistung gebaut worden war. Das Vereinsheim selbst wurde seit dieser Zeit mehrmals erweitert und umgebaut. Seit mehr als 20 Jahren ist es Restaurant mit hervorragender "schwäbischer Küche" und bietet zudem im großen Saal Platz für kleine bis mittelgroße Veranstaltungen. In den 60er Jahren waren die Sportanlagen in Münchingen für die immer größere Zahl von Leichtathleten nicht mehr ausreichend. Die Gemeinde griff den Wunsch des TSV auf und begann mit der Errichtung eines Sport- und Freizeitzentrums im Netzbrunnen in Zusammenarbeit mit den Sportorganisationen. So konnten 1970 als erstes die leichtathletischen Anlagen eingeweiht werden. Ein Jahr später folgte die Platzeinweihung des neuen Spielfeldes mit einem Fußball-Freundschaftsspiel gegen den Deutschen Meister Borussia Mönchengladbach vor 5000 Zuschauern. 1976 konnte das Hallenbad eingeweiht werden und 1978 schließlich als Abrundung des gesamten Sport- und Freizeitgeländes die Sporthalle. Eine weitere Aufwertung des Stadions wurde 1986 vorgenommen, als die 400 m -Aschenbahn durch eine Tartan-Kunststoffbahn ersetzt wurde. Der starke Bevölkerungszuwachs und die sehr gute Fußball-Jugendarbeit führte dazu, dass die Fußball-Abteilung stetig wuchs. Zudem war der TSV Münchingen einer der ersten Vereine im Bezirk, der Frauenfußball anbot. Dies waren die Gründe, dass die Fußball-Abteilung den Wunsch eines Kunstrasenplatzes an die Stadtverwaltung herantrug. Im Oktober 2004 war es soweit, unweit des bestehenden Sportgeländes wurde ein neues Sportgelände mit einem Kunstrasenplatz eingeweiht. Damit nicht genug, denn die zum Gelände gehörenden Gärtnereigebäude und ein neues Umkleidegebäude wurden in ca. 5000 Stunden in Eigenleistung um- bzw. neu gebaut (Fertigstellung September 2005). Ein Beachfeld, das ebenfalls in Eigenleistung von der Volleyball-Abteilung erstellt wurde, rundet die neue schmucke Anlage ab.
Der TSV Münchingen kann somit auf 2 Rasenplätzen und 1 Kunstrasenplatz seinen Fußballsport ausüben.
Die Fußball-Abteilung
Wie erwähnt, findet der Fußballsport einen starken Zuspruch in Münchingen. In der neuen Saison 2010/2011 hat die Abteilung 26 Mannschaften, die sowohl im Freizeitbereich als auch im Wettbewerb den Fußballsport ausüben. So sind im männlichen Bereich fast alle Mannschaftsarten mehrmals besetzt. In Zahlen ausgedrückt spielen ca. 250 Junioren und 130 Männer Fußball im TSV. Ausnahmslos spielen die ersten Junioren-Mannschaften in den Bezirksstaffeln des Bezirks Enz/Murr. Die 1. Herrenmannschaft spielt erstmals in der Verbandsliga, die 2. und 3. Mannschaft in der Kreisliga A. Künftiges Ziel wird sein, dass Niveau der der Herrenmannschaften zu halten und eventuell die gute Jugendarbeit zu krönen, um mit den A-Junioren noch eine Klasse höher zu spielen. Der weibliche Fußball hat in Münchingen eine lange Tradition, die seit ca. 30 Jahren schon gepflegt wird. Nicht verwunderlich ist deshalb, dass die B - Juniorinnen in der Verbandsstaffel Nord und die Damen in der Regionenliga erfolgreich sind. Der weibliche Fußballbereich ist in allen Mannschaftsarten einfach besetzt. Es sind ca. 60 Mädchen und 20 Damen, die aktiv für den TSV die Fußballschuhe schnüren. Nicht unerwähnt bleiben dürfen unsere Schiedsrichter, denn sie sind die erfolgreichsten Mitglieder unserer Abteilung. Aufgrund der vielen im Wettbewerb spielenden Mannschaften muss der Verein entsprechend viele Schiedsrichter haben. Derzeit stehen 18 Kameraden aus der Fußballabteilung für diese schwierige Aufgabe an den Wochenenden zur Verfügung, darüber hinaus auch noch sehr erfolgreich. Mit Florian Steinberg hat der Verein einen Schiedsrichterkameraden der im DFB-Schiedsrichterkader ist. Er leitet Spiele der 3. Liga und ist als Assistent an der Seite bei Spielen der 2. Bundesliga in ganz Deutschland im Einsatz.
Ziele und Voraussetzungen
Um das hohe Niveau der Fußballabteilung aufrecht zu erhalten sind viele Faktoren nötig und über die der Verein seit kurzem verfügt. Die Stadt Korntal-Münchingen pflegt die Sportplätze in vorbildlicher Weise und der Verein hat mit dem Neubau und der Renovierung für vorbildliche Umkleidemöglichkeiten gesorgt. Weiterhin fördert der Verein die Ausbildung der Jugendtrainer und -betreuer mit einem kleinen finanziellen Beitrag. Die älteren Jugendspieler übernehmen schon Verantwortung, indem sie die Jugendmannschaften quasi als Pate mit betreuen. Wichtig ist auch, dass die Mannschaften u.a. Turniere bestreiten können und die Startgelder auch gezahlt werden. Dass dies möglich ist verdanken wir auch unseren Gastro-Teams, die sowohl die Jugend- als auch die Spiele der Aktiven kulinarisch betreuen, und so die Abteilung unterstützen. Nicht zu unterschätzen ist die wiederkehrende Unterstützung durch den Förderverein Fußball. Der TSV Münchingen Abt. Fußball hat zwar nicht den großen Hauptsponsor, aber eine Vielzahl kleinerer Sponsoren, die unsere Mannschaften mit Trikotsätzen oder Trainingsanzügen ausstatten. Um die Kameradschaft zu pflegen, führen die einzelnen Jugendmannschaften zum Saison- wie auch zum Jahresende eine kleine Feier mit ihren Eltern durch. Mit dem neuen Jugendraum haben wir nun die optimalen Voraussetzungen hierfür. Selbst Trainingslager mit Videoschulungen sind auf unserer Anlage beim Kunstrasenplatz jetzt möglich. Damit es derzeit so reibungslos in der Fußballabteilung läuft, liegt auch daran, dass unsere Abteilungsleitung seit vielen, vielen Jahren eine klare, strukturierte Richtung vorgibt und die anfallenden Aufgaben auf möglichst vielen Schultern verteilt wird. Um dieses harmonische Gefüge nicht zu brechen, wird der Verein es sich auch nicht leisten können, für den kurzzeitigen Erfolg einer Mannschaft den finanziellen Bogen zu überspannen. Trotz der Neu- und Umbauten steht der Verein finanziell auf gesunden Beinen. Ziel dieser kontinuierlichen Arbeit ist natürlich, dass unsere Mitglieder und Spieler sich mit dem Verein identifizieren und sich auch wohl fühlen, in der Hoffnung, dass möglichst viele Spieler der Aktiven aus dem eigenen Jugendbereich hervorgehen. Leider ist dies nicht immer der Fall, denn oft kehren unsere besten Jugendspieler uns den Rücken zu, um verständlicherweise, höherklassig zu spielen. Um so erfreuerlicher ist es für den Verein, wenn, wie im Falle von Andreas Kuch, diese wieder zurückfinden und mit der gesammelten Erfahrung die Entwicklung des Münchinger Fußballs vorantreiben. Ziel der Abteilung ist das jetzt erreichte Niveau langfristig zu halten. Dessen, dass dies sehr, sehr schwer werden wird, sind wir uns allerdings bewusst. |
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